SUCHT AM ARBEITSPLATZ

5 % der Beschäftigten und 10 % der Führungskräfte sind alkoholabhängig. Das hat Auswirkungen auf den Betrieb: häufigere krankheitsbedingte Fehlzeiten oder auch Risiken für die Arbeitssicherheit. Weitere Suchtmittel, aber auch Verhaltenssüchte (Glücksspiel, Kaufsucht, Essstörungen etc.) verkomplizieren die Problematik, sodass in der Regel eher weg- als hingeschaut wird, eher vermieden als gehandelt.

Bei Suchtmittelauffälligkeiten im Betrieb ist jedoch konsequentes, frühzeitiges Handeln gefordert, um negative Entwicklungen zu unterbrechen, zu beenden und Änderungsimpulse zu setzen. Die betrieblichen Partner sind hier gefordert, gesundheitsbezogene Vereinbarungen und Vorgehensweisen zu erarbeiten und umzusetzen. Hierfür bedarf es jedoch besonderer Sensibilität und Kompetenzen.

AUS DEM SEMINARINHALT

  • Suchtdefinition und Suchtentstehung
  • Kriterien der Substanzabhängigkeit
  • Vorstellen von verschiedenen Suchtarten
  • Verhalten von Vorgesetzten, Kolleg*innen und privatem Umfeld gegenüber den Suchterkrankten
  • Informationen über mögliche interne und externe Hilfsangebote
  • Die Chancen eines frühzeitigen und direkten Ansprechens erkennen
  • Vorstellung einer Musterbetriebsvereinbarung „Suchtbezogene Auffälligkeiten am Arbeitsplatz“ unter Berücksichtigung der besonderen Rolle des Betriebsrats, § 77 BetrVG
  • Verhalten von Beschäftigten und Mitbestimmung des Betriebsrats nach § 87 BetrVG
  • Rechtliche Grundlagen und gestuftes Vorgehen bei Auffälligkeiten am Arbeitsplatz und Gesprächsführung
  • Das Hilfesystem und die Ausstiegs- und Behandlungschancen erörtern

MAX. 15 TEILNEHMER*INNEN

Referent*innen

Stephan Peter-Höner
Dipl.-Sozialpädagoge, Sozialtherapeut
Geschäftsführender Vorstand (fachlich) der Fachklinik Fischer-Haus
(Klinik zur Rehabilitation suchtkranker Männer) und
Leiter der Suchtberatungsstelle Karlsruhe (Diakonische Suchthilfe Mittelbaden)

Als Leiter der Fachklinik für Suchtkrankheiten setzt sich Stephan Peter-Höner seit vielen Jahren mit der Problematik der Entwöhnungsbehandlung und der medizinischen Rehabilitation besonders schwer Erkrankter auseinander. Seine fachlichen Schwerpunkte sind die ambulante und stationäre Rehabilitation mittels spezieller Therapiekonzepte. Stephan Peter-Höner bietet auch betriebliches Coaching an und entwickelt Arbeitsintegrationskonzepte und -projekte sowie die Erarbeitung von Betriebsvereinbarungen zum Umgang mit Sucht am Arbeitsplatz.